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Persönlichkeiten Mallorcas: Ramón Llull und Joan Miró

Mallorcas Kulturgeschichte ist mit Menschen verbunden, die auf der Insel geboren wurden oder hier einen prägenden Teil ihres Lebens und Schaffens verbrachten. Zwei sehr unterschiedliche Beispiele zeigen diese Verbindungen: der mittelalterliche Denker Ramón Llull und der Maler Joan Miró. Beide stehen für Mallorca, doch auf verschiedene Weise – Llull als in Palma geborener Gelehrter, Miró als Künstler, der sich Jahrzehnte später dauerhaft auf der Insel niederließ.

Ramón Llull: ein Gelehrter aus Palma

Ramón Llull wurde 1232 in Palma geboren. Mallorca war damals erst wenige Jahre zuvor von Jakob I. erobert worden und befand sich in einer Zeit tiefgreifender politischer und religiöser Veränderungen. Llull wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, heiratete und hatte zwei Kinder. Um sein dreißigstes Lebensjahr wandte er sich nach einer religiösen Erfahrung einem Leben als Schriftsteller und christlicher Missionar zu. Diese Wende führte ihn auf Reisen durch Europa und in den Mittelmeerraum.

Llull verfasste philosophische, theologische und literarische Werke auf Katalanisch, Latein und Arabisch. Zu seinen Vorhaben gehörte eine systematische Methode, mit der sich religiöse Fragen argumentativ erschließen lassen sollten. 1276 gründete er in Miramar an der Westküste Mallorcas eine Schule für orientalische Sprachen, an der Missionare Arabisch lernen sollten. Der Ort verknüpft damit Llulls Denken mit Mallorcas westlichem Gebirgsraum. Seine Biografie erzählt zugleich von einer mittelalterlichen Welt, in der Mallorca durch Herrschaftswechsel, Mehrsprachigkeit und Verbindungen über das Mittelmeer geprägt war.

Wer Llulls Lebenswelt räumlich einordnen möchte, kann Palma als seinen Geburtsort mit dem Gebirgsküstenraum westlich der Hauptstadt verbinden. Ein Besuch in Palma führt in die Stadt, in der er zur Welt kam; die Ortsführer zu Deià und Sóller erschließen die benachbarte Tramuntana, in der Miramar liegt.

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Joan Miró: vom Sommergast zum Wahlmallorquiner

Joan Miró wurde am 20. April 1893 in Barcelona geboren und starb am 25. Dezember 1983 in Palma. Seine Verbindung zur Insel begann in der Kindheit: Er verbrachte Sommer in Sóller bei der Familie seiner Mutter. 1956 ließ er sich dauerhaft auf Mallorca nieder. Sein späteres Leben und Arbeiten waren eng mit Palma verbunden.

In Cala Major entstand sein Arbeitsumfeld, das heute die Fundació Miró Mallorca bewahrt. Zum Ensemble gehören das 1956 bezogene Sert-Atelier, entworfen von seinem Freund, dem Architekten Josep Lluís Sert, und Son Boter, ein mallorquinisches Landhaus aus dem späten 18. Jahrhundert, das Miró als weiteres Mal- und Bildhaueratelier nutzte. Die Gebäude machen anschaulich, wie Architektur, Arbeitsräume und Inselumgebung Teil seiner künstlerischen Praxis wurden. Am 7. März 1981 übergaben Miró und seine Frau Pilar Juncosa die Ateliers sowie Kunstwerke, Dokumente und Gegenstände an die Stiftung. Aus privaten Arbeitsorten wurde so ein öffentlich zugänglicher Kulturort in Palma.

Der Vergleich der beiden Biografien hilft, die Formulierung „Persönlichkeiten Mallorcas“ genauer zu verstehen: Llull ist durch Geburt, Sprache und Wirken im mittelalterlichen Inselkontext verankert; Miró durch Familienbezüge, seinen dauerhaften Wohnsitz und sein Atelier in Palma. Wer weitere kulturelle Orte und Themen auf der Insel kennenlernen möchte, findet Orientierung im Überblick zu Kultur und Sehenswürdigkeiten auf Mallorca.